Sonntag, 15. März 2026
Wir verlassen Essaouira und somit die Atlantikküste Marokkos – es geht ins Landesinnere Richtung Marrakesch. Da wir Fahrten in der Nacht vermeiden wollen, suchen wir uns auf der Strecke einen geeigneten Übernachtungsplatz und werden in Ounagha fündig.
Montag, 16. März 2026
Während wir hier am „Camping des Oliviers chez André“

das erste Mal im Freien brunchen

hat unsere Wäsche Zeit zum Trocknen
Dienstag, 17. März 2026
Heute steuern wir unseren Rufus auf der wunderbar ausgebauten 4-bahnigen Straße nach Marrakesch, wobei wir uns für einen etwa 15 km östlich gelegenen Campingplatz entscheiden. Das letzte Stück zuckeln wir auf einer holprigen, löchrigen Sandstraße zum

Camp Manzil La Tortue

und staunen über das dazugehörige Luxushotel
Im Gegensatz zum Campingplatz, welcher nur Dirham 100,- (etwa € 10,-) pro Nacht kostet, wird im Hotel für ein 3 gängiges Abendmenü € 40,- verlangt, für einen Cocktail € 12,-. Ein Ort für die Schönen und Reichen – aber was soll´s? Wir kochen selber und Gitti freut sich, endlich ein paar Längen schwimmen zu können

in das in einem beheizten Pool!
Mittwoch, 18. März 2026
Wir werden mit dem vom Hotelmanager organisierten Taxi direkt zu Marrakesch berühmten Platz „Jemaa el Fnaa“ chauffiert. Die wörtliche Übersetzung aus dem arabischen ist „Platz der Geköpften“. Dieser Marktplatz diente im Mittelalter nicht nur dem bunten Einkaufstreiben und als Treffpunkt für Plaudereien und Klatschgeschichten, sondern auch als Henkersplatz, auf dem die Köpfe der Hingerichteten zur Abschreckung aufgespießt wurden.
Wir waren bereits im Jahre 2012 hier und wollen heute nochmals das bunte Treiben beobachten:
Leider hat sich diese Attraktion in den letzten Jahren durch den Massentourismus stark verändert. Gegenüber dem restlichen Marokko sind auf diesem Platz die Gaukler und Händler sehr aufdringlich und mit den Preisen mehr als unverschämt.
Donnerstag, 19. März 2026
Für heute wäre die Besichtigung des „Jardin Majorelle“ vorgesehen. Wie wir erfahren, ist es aber notwendig, vorher online Tickets zu bestellen. Leider ist der nächste freie Termin erst in 5 Tagen!! So lange wollen wir nicht in Marrakesch bleiben und beschließen daher, den von André Heller kreierten Park ANIMA zu besuchen.
Sonntag, 22. März 2026
Wir verlassen Marrakesch Richtung Osten und nähern uns einem mächtigen Gebirgsmassiv – dem Hohen Atlas. Die vom Reiseführer vorgeschlagene Passstraße über den Tizi N´Tichka führt uns auf 2.260 m Höhe. Bis vor kurzem noch wurde die Route als äußerst gefährlich eingestuft, da größenteils enge Kurven ohne Leitplanken waren, die zu folgenschwerden Unfällen geführt haben. Jetzt ist diese Hauptverkehrsroute Richtung Wüste bestens ausgebaut.
Unmittelbar nach der Passhöhe nehmen wir die Abzweigung durch das Ounila Tal zur Ortschaft

Telouet
Diese Kleinstadt mit ca. 12.000 Einwohnern liegt auf 1.870 m und wurde bekannt durch den Stammsitz des mächtigen Berberclans der Glaoua. Dieser Clan beherrschte unter seinem Anführer Thamai El Glaoui (1870–1956) in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts weite Teile im Süden und Südosten Marokkos.
Die Kasbah von Telouet wurde durch das verheerende Erdbeben am 8. September 2023 weitgehend zerstört.

Die Kasbah vor dem Erdbeben (Foto Wikipedia)
Segelfreunde von uns haben die Kasbah im Jahre 2012 besucht und uns den Namen des damaligen Fremdenführers genannt.
Nach kurzer Suche finden wir ihn

Guide Rashid
Rashid spricht gut englisch und teilt uns mit, dass seit kurzer Zeit wieder ein kleiner Teil der Kasbah besichtigt werden kann.

Die Zerstörung ist enorm

Das Tor hat dem Erdbeben standgehalten.

Die Gemeinde hat mit den Renovierungsarbeiten begonnen.

Das Eingangsportal zum Hauptgebäude mit

Zedernholzschnitzereien.

Der Prunksaal

kunstvoll verziert.
Nach der Führung lädt Rashid uns im angrenzenden Teppichgeschäft

auf einen Tee ein

und stellt uns seine Freunde – ebenfalls Guides – vor.
Es ist Ende des Ramadans und damit verbunden wird vom 20.3. – 22.3.2026 das größte Fest des Jahres (Zuckerfest) für gläubige Muslime gefeiert

mit traditionellem Festtagsgewand

auf das sie sehr stolz sind
Dieses Mädchen bittet Fritz, eine Fotoserie zu machen und ihr die Bilder über WhatsApp zu senden – was er natürlich gerne macht.

so sind sie, die Marokkaner – immer freundlich
Nun geht es weiter durch das Ounila Tal nach Aït-Ben-Haddou.
Montag. 23. März 2026
Es ist ein absolutes highlight in Marokko: die Ortschaft Aït-Ben-Haddou. Dies war Hauptort der Sippe (Aït) der Ben Haddou. Diese kontrollierten zur Zeit der Almoraviden im 11. Jahrhundert am Asif Mellah den Handel auf der alten Karawanenstraße zwischen Timbuktu und Marrakesch. Der größtenteils aus Stampflehm und luftgetrockneten Lehmziegeln errichtete Ksar (= befestigtes Dorf) dürfte vom 12. bis zum 16. Jahrhundert enstanden sein.
Bekannt wurde Aït-Ben-Haddou als Filmkulisse für „Sodom und Gomorrha“ oder „Gladiator“. Für den Film „Jesus von Nazareth“ wurde ein Großteil von Aït-Ben-Haddou gegen Ende der 1970er Jahre restauriert.
Dienstag, 24. März 206
Wir machen uns auf den Weg nach Ouarzazate und sind beeindruckt

von der vielfältigen Landschaft

immer wieder tauchen zerfallene Häuser aus Lehmziegeln auf

und auch einige verlassene Kasbahs (Festungen)
Plötzlich verdunkelt sich der Himmel und es prasselt wie wild auf unsere Windschutzscheibe, die Ursache ist ein Riesenschwarm von

fliegenden Heuschrecken
Wir müssen anhalten und die Scheibe von den unzähligen Flecken befreien.
Wenn die Ortschaft auch noch so klein ist, im Zentrum ragt immer

ein Minarett in den Himmel,

der Lieblingsplatz der Störche!
Am Campingplatz etwas außerhalb von Ouarzazate

Bivouac Lot Of Stars
machen wir es uns gemütlich und werden

von anderen Campingplatzbewohnern beäugt
Wir schnappen unsere Fahrräder und machen uns auf den Weg in die Stadt, vorbei an der

Kasbah Taourirt
die im 17. Jahrhundert von der Familie Imzwarner erbaut wurde. Auf dem Höhepunkt ihrer Bedeutung im späten 19. Jahrhundert kontrollierte die Kasbah einen strategisch wichtigen Ort am Zusammenfluss der Flusstäler Draa und Dadés.
Ouarzazate ist auch bekannt als das „Hollywood Marokkos“ mit den im Jahre 1983 gegründeten Atlas Film Studios. In diesen Studios wurden Blockbusters wie „Gladiator“, „Game of Thrones“, „Lawrence von Arabien“ und „Die Mumie“ dank der spektakulären Wüstenlandschaft und antiken Kulissen in der Umgebung, gedreht.
Heute noch erinnert ein

Filmuseum
an die ruhmreichen Zeiten.

Hightech der 60er – 70er Jahre!

Welche berühmte Schauspielerin oder beliebter Schauspieler hat wohl hier gethront?

oder wurde mit dieser Sänfte getragen?

Welcher finstere Herrscher hat von hier aus seine Untertanen terrorisiert?

ein Bösewicht aus der Höhle?
Bevor es dunkel wird, radeln wir zum Campingplatz zurück und

speisen im Zeltrestaurant

eine hervorragende Tajine mit Rindfleisch und Pflaumen
Anschließend wird uns stilvoll

Atay (Minztee) kredenzt
Mittwoch, 25. März 2026
Weiter geht die Reise Richtung Sahara durch das Draa Tal
Samstag, 28. März 2026
Heute fahren wir die letzte Etappe zur Wüste. In M´Hamid hört die Asphaltstraße auf und nur mehr 4×4 Fahrzeuge oder andere wüstentaugliche Fortbewegungsmittel, wie z.B. Dromedare kommen von hier weiter.
Wir haben uns den Campingplatz

Hamada du Draa ausgesucht.
Der Platz ist mit viel Liebe gestaltet, es beginnt schon mit der einladenden

gemütlichen Rezeption.
Für das leibliche Wohl sorgen

Bar und Restaurant
Wenn es warm genug wäre, könnte man sich auch

in diesem Pool erfrischen.

Ein niedlicher Sonnenanbeter
Gitti freut sich über die Möglichkeits des Wäschewaschens und auf

die bald wieder frisch duftende Bekleidung
Sonntag, 29. März 2026
Nun werden wir die Oase rund um die Ortschaft M´Hamid, die zu den ältesten Siedlungen in der Sahara gehört, erforschen:
Sonntag, 30. März 2026
Wir haben für heute direkt bei Hassan, den Manager des Campingplatzes, eine 2 Tages Tour in die Wüste gebucht. Leider kommt in der Nacht ein sehr starker Sandsturm auf und wir möchten die Tour verschieben, aber der uneinsichtige Hassan antwortet nur stur „booked is booked“ – das Wetter ist wie es ist und der Wind wird sich schon wieder beruhigen!
Mit gemischten Gefühlen fahren wir um 09:30 wie geplant ab – in einem geschlossenen Toyota! Glücklicherweise lässt der Wind während der Fahrt tatsächlich nach und wir sind verzaubert von dem was wir so alles sehen:
Im Camp angekommen, beziehen wir unser

geräumiges Berber Zelt

und – liegt man gut?
Nach dem unser Nachtlager bezogen ist, wandern wir in die Wüste.
Erg Chegaga ist das größte und abgeschiedenste Sanddünengebiet Marokkos mit bis zu 300 m hohen Dünen und einer Ausdehnung von ca. 40 x 15 km
Am Abend nach dem Dinner wird bei Eiseskälte

ein Lagerfeuer entfacht
und eine Berber Folklore Band spielt mit Begeisterung
Unser weiteren Erlebnisse seht ihr in unserem nächsten Reisebericht!